Wie hast du beim Straßenfußball angefangen?
Freunde von mir haben mich zum Straßenfußball gebracht. Ich war anfangs ziemlich neugierig und gespannt, da ich nicht wusste, was Straßenfußball ist und wie es abläuft. Ich habe mir einige Turniere angeschaut und war auf Anhieb begeistert, sodass ich mich dazu entschloss, auch beim Straßenfußball als Teamer mitzuwirken. Freunde von mir waren zu dem Zeitpunkt schon als Teamer aktiv. Auf meinen Wunsch Teamer zu werden wurde ich zu einer Teamersitzung eingeladen, da habe ich mir alles angehört. Ich habe erfahren, was ein Teamer ist und was zu seinen Aufgaben gehört. Kurz darauf folgte mein erster Versuch in der Praxis. Jetzt bin ich seit ca. 3Jahren im Straßenfußball aktiv und es macht mir sehr viele Spaß bei einem Turnier zu teamen.
Aus dem Land Brandenburg wirst du als Teamerin zusammen mit sieben weiteren Teamern das Projekt Straßenfußball für Toleranz in Südafrika präsentieren. Wie kam es dazu?
Als ich gehört hatte, dass das nationale Netzwerk Straßenfußball für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika das soziokulturelle Projekt „Football For Hope Festival 2010“ entwickelte war ich zunächst sehr interessiert. Als Teamerin aus Brandenburg passte ich genau in die gewünschte Teamausschreibung. Es wurden 8 Mädchen und Jungen im Alter von 15 bis 18 Jahren gesucht. Daraufhin wurde ich von meinem Leiter Sven Springborn vorgeschlagen und qualifiziert. Die anderen sieben Teilnehmer und Teilnehmerinnen stammen aus anderen deutschen Bundesländern.
Aus Deutschlands Hauptstadt Berlin fliegst du 8830 km Luftlinie nach Johannesburg in Südafrika. Wie fühlst du dich, wenn du darüber nachdenkst?
Ich bin etwas aufgeregt. Als die Entscheidung feststand, dass ich mitfliegen kann, konnte ich mich noch nicht gleich entscheiden. Ich hatte Bedenkzeit. Aber ich entschied mich für Afrika, schließlich bekommt man so eine Chance nicht jeden Tag.
Welche Aufgaben warten auf dich und deine Teamkollegen in Südafrika?
Wir werden unter Anleitung von Experten multimediale Beiträge erarbeiten in Form von Fotografien, Musik und Texten. Natürlich steht im Vordergrund die Vielfalt unseres Straßenfußballprojektes darzustellen. Außerdem wird in Alexandra, dem Ort in dem wir wohnen werden, die Weltmeisterschaft des Straßenfußballs ausgetragen. Dort werden wir für Deutschland als eine der 32 Delegationen um den Weltmeistertitel spielen.
Das heißt, du bist eine geübte Fußballspielerin?
Nein. Bis die Entscheidung feststand nach Südafrika zu fliegen hatte ich keine Erfahrungen im Fußallsport. Das heißt, den richtigen Ballkontakt lernte ich erst durch professionelles Fußballtraining. Trotzdem bin ich kein Profi. Mir macht Fußballspielen Spaß.
Was mir gefällt am Straßenfußball besonders?
Beim Straßenfußball lernt man viele neue Leute kennen, mit denen man Freundschaften schließen kann. Ich bin selbstbewusster geworden und habe gelernt Verantwortung zu übernehmen. Man kann mit Straßenfußball um die ganze Welt kommen. Straßenfußball hat einen großen Faktor in meinem Leben eingenommen, man lernt viel und hat trotzdem Spaß. Ich habe gelernt respektvoll mit anderen umzugehen. Toleranz ist dabei ganz wichtig. Jeder wird akzeptiert, dabei spielen Hautfarbe, Herkunft und das geschlecht gar keine Rolle. Die Spieler zeigen Kampfgeist und Zusammenhalt, das finde ich toll. Das alles gefällt mir am Straßenfußball und deswegen bin ich gerne Teamer und möchte es auch noch sehr lange sein.
Alexandra ist ein Stadtteil von Johannesburg ihr werdet dort zwei Wochen wohnen, ganz in der Nähe der Fußballstadien, wo um den Weltmeistertitel gespielt wird. Werdet ihr dort vorbeischauen?
Tickets haben wir nicht. Aber ich denke wir werden viel von dem Trubel um die WM mitbekommen.
Wer wird deiner Meinung nach Fußball Weltmeister 2010?
Deutschland.
Das Interview führte Margret Hahn